Ein vergessener Joghurt, Gemüse ganz hinten im Kühlschrank oder die angebrochene Packung, die irgendwann im Müll landet: In vielen Haushalten werden Lebensmittel weggeworfen, die eigentlich noch verwendet werden könnten. Rund um den Tag gegen Lebensmittelverschwendung am 29. September ruft DIE UMWELTBERATUNG deshalb zur „Kühlschrankrazzia“ auf.

Lebensmittel wegzuwerfen belastet nicht nur das Haushaltsbudget. Hinter jedem Lebensmittel stecken Ressourcen wie Wasser, landwirtschaftliche Flächen, Energie, Transport und Arbeitszeit. Wird das Produkt nicht gegessen, wurden auch diese Ressourcen letztlich unnötig eingesetzt.
DIE UMWELTBERATUNG empfiehlt deshalb, Kühlschrank und Vorratsschrank regelmäßig zu kontrollieren. Schon einfache Veränderungen bei Einkauf, Lagerung und Resteverwertung können dafür sorgen, dass deutlich weniger Lebensmittel im Müll landen.
Warum Lebensmittel überhaupt im Müll landen
Oft beginnt das Problem bereits beim Einkauf. Zu große Mengen, spontane Einkäufe ohne Blick auf die vorhandenen Vorräte oder eine falsche Lagerung führen dazu, dass Lebensmittel verderben.
Hinzu kommt Unsicherheit beim Mindesthaltbarkeitsdatum. Ist dieses überschritten, bedeutet das nicht automatisch, dass ein Lebensmittel nicht mehr genießbar ist.
Gerade bei vielen Milchprodukten empfiehlt DIE UMWELTBERATUNG, die eigenen Sinne einzusetzen: ansehen, riechen und vorsichtig probieren. Viele Produkte können auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch genießbar sein.
Einmal pro Woche: Kühlschrankrazzia
Ein besonders einfacher Tipp ist die regelmäßige „Kühlschrankrazzia“.
Einmal pro Woche wird kontrolliert, was sich noch im Kühlschrank, Gefrierschrank und in den Vorräten befindet. Lebensmittel, die bald verbraucht werden sollten, bilden anschließend die Grundlage für die nächste Mahlzeit.
Aus einzelnen Gemüseresten kann beispielsweise ein Ofengemüse, eine Suppe oder eine Gemüsepfanne entstehen. Übrig gebliebenes Gebäck lässt sich aufbacken oder toasten und auch einzelne Portionen können eingefroren werden.
Das spart nicht nur Lebensmittel, sondern kann gleichzeitig das Haushaltsbudget entlasten.
„First in – first out“ schafft Ordnung
Eine einfache Regel aus der Gastronomie funktioniert auch im privaten Kühlschrank hervorragend: „First in – first out“.
Nach dem Einkauf kommen neue Lebensmittel nach hinten, während ältere Produkte nach vorne geräumt werden.
So sieht man beim Öffnen des Kühlschranks zuerst jene Lebensmittel, die bereits länger vorhanden sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas ganz hinten vergessen wird, sinkt dadurch deutlich.
Vorräte richtig lagern
Nicht nur im Kühlschrank entscheidet die richtige Lagerung über die Haltbarkeit.
Mehl, Müsli, Nüsse oder Trockenfrüchte sollten beispielsweise in gut verschließbaren Behältern aufbewahrt werden. Dadurch sind sie besser vor Lebensmittelmotten geschützt.
Eine kühle und dunkle Lagerung kann außerdem unerwünschte Geschmacksveränderungen verhindern. Fetthaltige Konserven und Öle sollten ebenfalls vor Licht geschützt aufbewahrt werden, da Fette ansonsten oxidieren und ranzig werden können.
Sechs einfache Tipps gegen Lebensmittelverschwendung
Mit einigen einfachen Gewohnheiten lässt sich die Menge weggeworfener Lebensmittel reduzieren:
1. Ältere Lebensmittel nach vorne räumen:
Neu Eingekauftes kommt nach hinten, ältere Produkte bleiben gut sichtbar vorne.
2. Vorräte richtig aufbewahren:
Trockene Lebensmittel wie Müsli, Nüsse oder Mehl gehören in gut verschließbare Behälter.
3. Mindesthaltbarkeitsdatum richtig verstehen:
Nicht automatisch wegwerfen, nur weil das Datum überschritten ist. Bei geeigneten Lebensmitteln können Aussehen, Geruch und Geschmack bei der Beurteilung helfen.
4. Lebensmittel wieder attraktiv machen:
Älteres Gebäck oder Semmeln können beispielsweise getoastet wieder knusprig werden.
5. Rechtzeitig einfrieren:
Wer merkt, dass Kuchen, Brot, Gebäck oder andere geeignete Lebensmittel nicht rechtzeitig gegessen werden, kann sie portionsweise einfrieren.
6. Einen Restetag einführen:
Einmal pro Woche wird gekocht, was Kühlschrank, Gefrierschrank und Vorratsschrank noch hergeben.
Besonders wertvoll: tierische Lebensmittel nicht verschwenden
Besonders problematisch ist laut Umweltberatung die Verschwendung tierischer Lebensmittel wie Fleisch und Milchprodukte.
Nach Angaben der Organisation werden rund 75 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche für die Produktion tierischer Lebensmittel beansprucht. Zudem sei der Biodiversitäts-Fußabdruck tierischer Lebensmittel etwa dreimal so hoch wie jener pflanzlicher Lebensmittel.
Umso sinnvoller ist es, bereits beim Einkauf realistisch einzuschätzen, welche Mengen tatsächlich benötigt werden.
Lebensmittel retten und gleichzeitig Geld sparen
Lebensmittelverschwendung zu reduzieren muss nicht kompliziert sein. Oft reichen ein besserer Überblick über die eigenen Vorräte, eine Einkaufsliste und ein regelmäßiger Restetag.
Gerade in Zeiten hoher Haushaltsausgaben steckt darin auch ein finanzieller Vorteil: Denn selbst ein Lebensmittel, das im Angebot gekauft wurde, ist letztlich teuer, wenn es ungenutzt im Müll landet.
Vielleicht ist der Tag gegen Lebensmittelverschwendung am 29. September daher der passende Anlass für eine kleine Kühlschrankrazzia zu Hause. Und möglicherweise wird daraus eine Gewohnheit, die das ganze Jahr über Lebensmittel und Geld spart.
Quelle: DIE UMWELTBERATUNG – „Kühlschrankrazzia am Tag gegen Lebensmittelverschwendung“


