Trockenheit setzt Landwirtschaft unter Druck – Ernteausfälle treffen auch Niederösterreich

Trockenheit setzt die Landwirtschaft in Niederösterreich unter Druck. Im Weinviertel fallen die Kartoffelerträge teilweise besonders niedrig aus.

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Der heiße und trockene Sommer 2026 stellt viele landwirtschaftliche Betriebe in Österreich vor große Herausforderungen. Futtermangel, geringere Erträge und gleichzeitig teilweise hohe Produktionsmengen sorgen für eine schwierige Situation. Besonders deutlich zeigen sich die Auswirkungen auch in Niederösterreich und im Weinviertel.

Trockenheit setzt Landwirtschaft unter Druck – Ernteausfälle treffen auch Niederösterreich
Bild 3_Trockenheit © Land schafft Leben@2x

Trockenheit und hohe Temperaturen haben die österreichische Landwirtschaft in diesem Sommer stark beschäftigt. Während Viehbetriebe teilweise mit fehlendem Futter für ihre Tiere kämpfen, müssen Ackerbaubetriebe bei verschiedenen Kulturen mit deutlichen Ertragseinbußen rechnen.

Die Organisation Land schafft Leben hat die aktuelle Situation zum Anlass genommen, gemeinsam mit Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger und Land-schafft-Leben-Gründer sowie Bio-Bergbauer Hannes Royer über die derzeitigen Spannungsfelder in der Landwirtschaft zu diskutieren.

Trockenheit trifft einzelne Betriebe besonders hart

Die Auswirkungen der Trockenheit können sich von Betrieb zu Betrieb und von Region zu Region stark unterscheiden. Während manche Landwirte mit erheblichen Problemen kämpfen, bedeutet das nicht automatisch, dass am gesamten Markt weniger Ware vorhanden ist.

Besonders deutlich zeigt sich dieser Gegensatz in der Milchwirtschaft. Trotz Futtermangels bei einzelnen Betrieben gibt es laut Land schafft Leben europaweit große Mengen an haltbarer Milch, gleichzeitig seien auch die Käselager gut gefüllt.

Ein Grund dafür: Nicht alle europäischen Regionen waren gleichermaßen von der Trockenheit betroffen. Während manche Gebiete unter den Wetterbedingungen litten, konnte die Produktion andernorts auf hohem Niveau weiterlaufen.

Für landwirtschaftliche Betriebe entsteht dadurch eine schwierige Situation: Die eigene Produktion kann aufgrund von Trockenheit teurer und aufwendiger werden, während gleichzeitig ein großes Angebot am Markt besteht.

Kartoffelernte: Niederösterreich und Weinviertel besonders betroffen

Besonders drastisch zeigt sich die Situation derzeit beim Kartoffelanbau.

Noch im Frühjahr mussten aufgrund der hohen Mengen aus dem Vorjahr zehntausende Tonnen Kartoffeln in Biogasanlagen verwertet werden. Nur wenige Monate später sieht die Situation völlig anders aus.

Nach Angaben von Hannes Royer werden im niederösterreichischen Raum bis hinauf ins Weinviertel bei der aktuellen Ernte teilweise weniger als zwölf Tonnen Kartoffeln pro Hektar erwartet. Als Vergleichswert nennt er rund 35 Tonnen pro Hektar.

Zusätzlich zur Trockenheit stellt in diesen Regionen auch Mäusefraß ein Problem dar.

Damit zeigt sich, wie schnell sich die Bedingungen in der Landwirtschaft innerhalb eines einzigen Jahres verändern können.

Landwirtschaft lässt sich nicht kurzfristig umstellen

Ein weiteres Problem ist die langfristige Planung landwirtschaftlicher Betriebe. Welche Kulturen angebaut werden, wie groß ein Tierbestand ist oder welche Investitionen vorgenommen werden, lässt sich nicht innerhalb weniger Wochen verändern.

Viele Entscheidungen müssen Monate oder sogar Jahre im Voraus getroffen werden.

Gerade deshalb wird es für Betriebe zunehmend wichtig, neben den Produktionsmöglichkeiten auch die Entwicklung der Märkte, die verfügbare Futtergrundlage und mögliche Wetterrisiken in ihre Planungen einzubeziehen.

Trockenheit sorgt auch bei Bio-Landwirtschaft für Diskussionen

Diskutiert werden derzeit außerdem Ausnahmeregelungen für Bio-Betriebe. Aufgrund der Trockenheit wurde regional ermöglicht, unter bestimmten Voraussetzungen konventionelles Futter zuzukaufen.

Solche Maßnahmen sollen Betrieben in schwierigen Situationen helfen, sorgen innerhalb der Landwirtschaft allerdings auch für Diskussionen.

Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie weit Ausnahmen in außergewöhnlichen Situationen gehen sollen und wie gleichzeitig die Anforderungen und die Glaubwürdigkeit der biologischen Landwirtschaft gegenüber den Konsumentinnen und Konsumenten erhalten werden können.

Auch Angebot und Nachfrage spielen dabei eine wichtige Rolle. Eine Ausweitung der Bio-Produktion allein bedeutet schließlich nicht automatisch, dass gleichzeitig die entsprechende Nachfrage am Markt vorhanden ist.

Landwirtschaft zwischen Wetter, Markt und langfristiger Planung

Der trockene Sommer 2026 macht einmal mehr deutlich, wie viele Faktoren die heimische Landwirtschaft gleichzeitig beeinflussen.

Wetterextreme können innerhalb kurzer Zeit Ernten und Futtergrundlagen verändern. Gleichzeitig reagieren Märkte nicht ausschließlich auf die Situation einzelner Regionen. Ein Mangel auf einem landwirtschaftlichen Betrieb kann daher durchaus gleichzeitig mit einem Überangebot am europäischen Markt auftreten.

Gerade für landwirtschaftlich geprägte Regionen wie das Weinviertel und den Bezirk Gänserndorf sind diese Entwicklungen von besonderer Bedeutung. Trockenperioden und zunehmende Wetterextreme stellen Betriebe vor die Herausforderung, ihre Produktion langfristig abzusichern und gleichzeitig wirtschaftlich konkurrenzfähig zu bleiben.

Wie Landwirtschaft künftig mit solchen Situationen umgehen soll, dürfte deshalb nicht nur nach diesem Sommer ein wichtiges Thema bleiben.

Quelle: Land schafft Leben, Pressemitteilung vom 24. September 2026.

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