Mehr Leistung auf bestehenden Standorten: Im Windpark Großsierning werden neun über 20 Jahre alte Windkraftanlagen durch fünf moderne Anlagen ersetzt. Gemeinsam mit einer bestehenden Anlage sollen künftig sechs Windräder rund zweieinhalbmal so viel Ökostrom erzeugen wie bisher zehn Anlagen.

Der Ausbau erneuerbarer Energien schreitet in Niederösterreich weiter voran. Ein Beispiel dafür ist der Windpark Großsierning, den Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer gemeinsam mit Niederösterreichs LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und EVN-Vorstand Stefan Stallinger besuchte.
Dabei steht nicht einfach der Bau zusätzlicher Windräder im Mittelpunkt. Vielmehr zeigt das Projekt, welche Leistungssteigerungen durch die Modernisierung bestehender Windparks möglich sind.
Aus zehn Windrädern werden sechs
Im Windpark Großsierning stehen derzeit mehrere Anlagen, die bereits seit mehr als 20 Jahren in Betrieb sind. Neun dieser älteren Windräder werden durch fünf moderne Anlagen ersetzt. Eine bestehende Anlage bleibt erhalten.
Damit werden künftig insgesamt sechs statt bisher zehn Windkraftanlagen am Standort betrieben. Trotz der geringeren Zahl an Windrädern soll die erzeugte Strommenge deutlich steigen. Nach Angaben des Landes wird künftig rund das Zweieinhalbfache an Ökostrom produziert.
Diese Modernisierung bestehender Windparks wird als Repowering bezeichnet. Dabei werden ältere Anlagen durch leistungsfähigere Windkraftanlagen neuerer Generation ersetzt.
Leistung steigt auf 26,5 Megawatt
Die Zahlen zeigen, wie groß der technische Fortschritt bei Windkraftanlagen in den vergangenen Jahrzehnten war.
Die Leistung des Windparks Großsierning steigt von derzeit 16,2 Megawatt auf künftig 26,5 Megawatt. Nach Angaben der EVN soll die Stromproduktion damit rechnerisch für rund 22.000 Haushalte reichen. Bisher waren es etwa 8.000 Haushalte. Die Fertigstellung des modernisierten Windparks ist für Mai 2027 vorgesehen.
Niederösterreich erhöht Ausbauziele
Windenergie spielt in Niederösterreich bereits seit vielen Jahren eine bedeutende Rolle bei der Stromerzeugung. Im aktualisierten Klima- und Energiefahrplan hat das Land seine Ausbauziele nochmals angehoben.
Bis 2030 soll die Stromerzeugung aus Windkraft in Niederösterreich auf 8.000 Gigawattstunden pro Jahr steigen. Für Photovoltaik wurde das Ziel auf 4.500 Gigawattstunden jährlich erhöht.
Nach Angaben des Landes wurden außerdem in den vergangenen drei Jahren mehr als 200 Windkraftanlagen mit Stimmen mehrerer im Landtag vertretener Parteien genehmigt.
Mehr heimischer Strom als Ziel
Neben Klimaschutz und dem Ausbau erneuerbarer Energie rückt zunehmend ein weiterer Punkt in den Mittelpunkt: die Versorgung mit Energie aus heimischer Produktion.
Bund und Land argumentieren, dass eine höhere Produktion von Strom aus Wind, Sonne und anderen erneuerbaren Quellen die Abhängigkeit von Energieimporten reduzieren und gleichzeitig die Versorgungssicherheit erhöhen soll. Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer bezeichnete Energie in diesem Zusammenhang auch als wichtigen Standortfaktor für die österreichische Wirtschaft.
Niederösterreich soll beim weiteren Ausbau eine wesentliche Rolle übernehmen. Nach den im Pressetext genannten Bundesvorgaben sollen im Bundesland bis 2030 gegenüber 2020 zusätzlich 6,14 Terawattstunden erneuerbarer Strom erzeugt werden. Allein bei der Windkraft ist auf Bundesebene ein zusätzlicher Ausbau von 2,8 Terawattstunden für Niederösterreich vorgesehen. Der vom NÖ Landtag beschlossene Energiefahrplan sieht für Windenergie sogar einen Zubau von 4,1 Terawattstunden zwischen 2020 und 2030 vor.
Repowering könnte wichtiger werden
Das Beispiel Großsierning zeigt dabei eine interessante Entwicklung: Mehr Windstrom muss nicht automatisch bedeuten, dass an einem bestehenden Standort mehr Windräder stehen.
Durch leistungsfähigere Anlagen können ältere Windparks modernisiert und ihre Stromproduktion deutlich erhöht werden. In Großsierning sinkt die Zahl der Anlagen sogar von zehn auf sechs, während gleichzeitig die installierte Leistung deutlich steigt.
Der Ausbau der Windenergie bleibt dennoch mit unterschiedlichen Interessen verbunden. Das Land Niederösterreich weist selbst darauf hin, dass bei neuen Windkraftprojekten neben der Energieversorgung auch Themen wie Landschaftsbild, Lebensqualität und Artenvielfalt berücksichtigt werden müssen.
Für Niederösterreich wird Windkraft jedenfalls auch in den kommenden Jahren ein wesentlicher Bestandteil der Energiepolitik bleiben – sowohl durch neue Anlagen als auch durch die Modernisierung bereits bestehender Windparks.
Quelle: Land Niederösterreich, Pressemeldung vom 26. September 2026.


