Seit 25 Jahren gibt es in Niederösterreich eine zentrale Anlaufstelle zur Unterstützung von Freiwilligen und Vereinen. Beim Jubiläum im Schloss Atzenbrugg wurde nicht nur zurückgeblickt, sondern auch die Zukunft des Ehrenamts thematisiert. 2027 soll in Niederösterreich sogar zum „Jahr der Freiwilligen“ werden.

Ob bei der Freiwilligen Feuerwehr, im Rettungswesen, in Sport- und Musikvereinen, bei Kulturveranstaltungen oder in sozialen Einrichtungen: Ohne freiwilliges Engagement wäre das gesellschaftliche Leben in vielen Gemeinden kaum vorstellbar.
Wie groß die Bedeutung des Ehrenamts in Niederösterreich ist, zeigen auch die vom Land genannten Zahlen: Rund 25.000 Vereine und 800.000 Ehrenamtliche gibt es im Bundesland. Diese Zahlen nannte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des „Service für Freiwillige in Niederösterreich“.
Eine Anlaufstelle für Vereine seit 2001
Die Geschichte des „Service Freiwillige Niederösterreich“ begann im Jahr 2001. Die Idee dahinter war, eine zentrale Servicestelle zu schaffen, bei der Vereine unkompliziert Informationen erhalten und Weiterbildungsangebote nutzen können.
Maria Forstner, Obfrau der Dorf- und Stadterneuerung und bereits bei der Gründung dabei, erinnerte beim Jubiläum genau an diesen ursprünglichen Gedanken.
In den vergangenen 25 Jahren haben sich allerdings sowohl das Vereinsleben als auch die Anforderungen an ehrenamtlich Tätige verändert. Rechtliche Fragen, Steuern, Versicherungen, Organisation und die Suche nach neuen Mitgliedern oder freiwilligen Helfern stellen Vereine heute vor ganz unterschiedliche Herausforderungen.
Freiwilligencenter bietet Beratung und Weiterbildung
Vor zwei Jahren wurde die Unterstützung mit der Gründung des Freiwilligencenter Niederösterreich neu aufgestellt. Im Mittelpunkt stehen dabei Beratung, Bildung und Begegnung.
Nach Angaben des Landes werden mittlerweile mehr als 1.000 Beratungen pro Jahr durchgeführt. Zum Angebot gehören unter anderem juristische und steuerrechtliche Unterstützung, eine Freiwilligenversicherung sowie Aus- und Weiterbildungen – beispielsweise für Freiwilligenkoordinatorinnen und Freiwilligenkoordinatoren.
Das Freiwilligencenter versteht sich damit nicht nur als Anlaufstelle bei konkreten Problemen. Vereine sollen auch dabei unterstützt werden, ihre Strukturen weiterzuentwickeln und sich auf neue Formen des freiwilligen Engagements einzustellen.
Ehrenamt verändert sich
Denn freiwilliges Engagement bedeutet heute nicht zwangsläufig, sich über Jahrzehnte an einen Verein zu binden. Manche Menschen möchten regelmäßig mitarbeiten, andere vielleicht nur einige Stunden bei einem bestimmten Projekt helfen.
Genau diese unterschiedlichen Formen des Engagements sollen berücksichtigt werden. Das Land sieht dabei insbesondere die Einbindung junger Menschen als wichtige Aufgabe für die kommenden Jahre.
Auch Helga Steinacher, Akademieleiterin im Freiwilligencenter, sprach beim Jubiläum davon, Vereine künftig neu zu denken. Erfahrungen und Kompetenzen junger Menschen müssten stärker in die Freiwilligenarbeit einbezogen werden.
Freiwilligenwoche im November
Eine Möglichkeit, freiwilliges Engagement näher kennenzulernen, bietet die Freiwilligenwoche Niederösterreich. Sie findet 2026 zum zweiten Mal statt.
Von 2. bis 8. November 2026 sollen unterschiedliche Trägerorganisationen ihre Arbeit präsentieren. Das Angebot reicht laut Freiwilligencenter von Tagen der offenen Tür bis hin zu Onlinevorträgen. Interessierte können sich dadurch informieren, welche Möglichkeiten zum freiwilligen Engagement es gibt.
2027 wird zum „Jahr der Freiwilligen“
Beim Jubiläum gab es außerdem bereits einen Ausblick auf das kommende Jahr: 2027 soll in Niederösterreich zum „Jahr der Freiwilligen“ ausgerufen werden.
Nach Angaben von Landeshauptfrau Mikl-Leitner sollen damit die Leistungen freiwillig engagierter Menschen gewürdigt, Menschen miteinander verbunden und die zukünftige Entwicklung des Ehrenamts thematisiert werden.
Ehrenamt beginnt direkt vor unserer Haustür
Gerade in den Gemeinden zeigt sich täglich, welchen Stellenwert freiwillige Arbeit hat. Feuerwehren, Rettungsorganisationen, Sportvereine, Musikvereine, Kulturinitiativen, soziale Einrichtungen und viele weitere Organisationen leben vom Einsatz ihrer Mitglieder.
Dabei geht es nicht ausschließlich um große Aufgaben. Oft sind es einige Stunden Zeit, die Organisation einer Veranstaltung, Nachwuchsarbeit oder die Unterstützung anderer Menschen, die einen wichtigen Beitrag zum Zusammenleben leisten.
Das 25-jährige Jubiläum macht deshalb auch sichtbar, wie sehr sich das Ehrenamt in einem Vierteljahrhundert verändert hat – und wie wichtig passende Rahmenbedingungen für jene Menschen sind, die ihre Freizeit freiwillig für andere einsetzen.
Quelle: Land Niederösterreich, Pressemeldung vom 26. September 2026.


