Öffentliche Verkehrsmittel in Niederösterreich, Wien und dem Burgenland werden teurer
Ab 1. Jänner 2027 müssen Fahrgäste im Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) tiefer in die Tasche greifen. Die Ticketpreise steigen durchschnittlich um 3,4 Prozent. Betroffen sind unter anderem Einzelfahrkarten, Zeitkarten, Jahreskarten und die regionalen KlimaTickets. Gleichzeitig werden die Tarifregelungen vereinfacht und neue Erleichterungen für Senioren und Studierende eingeführt.

Für viele Menschen in Niederösterreich gehört die tägliche Fahrt mit Bus oder Bahn zum Alltag. Besonders Berufspendler, Schülerinnen und Schüler sowie Menschen, die regelmäßig nach Wien fahren, sind auf ein gut funktionierendes öffentliches Verkehrsnetz angewiesen.
Nun steht fest: Mit Beginn des neuen Jahres werden zahlreiche Fahrkarten teurer. Wie der Verkehrsverbund Ost-Region am 23. Oktober 2026 bekannt gab, erfolgt die Anpassung auf Grundlage der allgemeinen Preisentwicklung.
Die durchschnittliche Erhöhung beträgt 3,4 Prozent und orientiert sich am Zwölfmonatsdurchschnitt des Verbraucherpreisindex.
Warum werden die VOR-Tickets teurer?
Der Verkehrsverbund begründet die Anpassung mit den gestiegenen Kosten im öffentlichen Verkehr. Insbesondere höhere Personal-, Energie- und Betriebskosten stellen die Verkehrsunternehmen vor finanzielle Herausforderungen.
Mit den zusätzlichen Einnahmen soll das bestehende Verkehrsangebot langfristig abgesichert und weiterentwickelt werden.
Dabei betont der VOR, dass die Einnahmen aus Fahrkarten weiterhin nur einen Teil der tatsächlichen Betriebskosten decken. Der überwiegende Anteil wird von den Bundesländern Niederösterreich, Wien und Burgenland sowie vom Bund finanziert.
Die regelmäßige Anpassung der Ticketpreise soll laut Verkehrsverbund dazu beitragen, größere Preissprünge zu vermeiden.
Neue Ticketpreise ab 1. Jänner 2027 im Überblick
Besonders für regelmäßige Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel können sich die höheren Preise über das gesamte Jahr bemerkbar machen.
Die wichtigsten Änderungen im Vergleich zu 2026:
VOR KlimaTicket Region – Niederösterreich und Burgenland
Das KlimaTicket Region ermöglicht die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel in Niederösterreich und dem Burgenland. Die Kernzone Wien ist nicht enthalten.
| Ticket | Bisher | Ab 2027 |
|---|---|---|
| Vollpreis | 552 € | 570 € |
| Senioren | 414 € | 428 € |
| Jugend/Spezial | 414 € | 428 € |
Preise bei jährlicher Einmalzahlung.
Für Erwachsene bedeutet dies eine Mehrbelastung von 18 Euro pro Jahr. Ermäßigte Tickets verteuern sich um 14 Euro.
VOR KlimaTicket MetropolRegion – Wien, Niederösterreich und Burgenland
Wer regelmäßig zwischen Niederösterreich und Wien pendelt, nutzt häufig das KlimaTicket MetropolRegion. Dieses gilt in allen drei Bundesländern der Ostregion.
| Ticket | Bisher | Ab 2027 |
|---|---|---|
| Vollpreis | 1.019 € | 1.053,10 € |
| Senioren | 714 € | 738,40 € |
| Jugend/Spezial | 714 € | 738,40 € |
Preise bei jährlicher Einmalzahlung.
Für Erwachsene steigt der Preis damit um 34,10 Euro pro Jahr. Senioren und andere berechtigte Personen bezahlen künftig 24,40 Euro mehr.
Gerade für Berufspendler aus dem Marchfeld und dem Bezirk Gänserndorf, die täglich öffentliche Verkehrsmittel nach Wien nutzen, ist diese Änderung relevant.
Auch Einzelfahrkarten und Tageskarten werden teurer
Nicht nur Jahreskarten sind von der Tarifanpassung betroffen. Auch gelegentliche Fahrgäste müssen künftig mit höheren Preisen rechnen.
In Niederösterreich und dem Burgenland gelten in der günstigsten Tarifstufe folgende Preise:
| Ticket | 2026 | 2027 |
|---|---|---|
| Einzelfahrt Vollpreis | 2,30 € | 2,40 € |
| Tageskarte Vollpreis | 4,50 € | 4,70 € |
Darüber hinaus werden die Preise der flexiblen 7-Tage- und 31-Tage-Tickets sowie der Strecken-Jahreskarten angepasst.
Bei Streckenkarten hängt der tatsächliche Fahrpreis weiterhin von der gewählten Verbindung zwischen Start- und Zielort ab.
Konkrete Preisbeispiele für Fahrgäste
Wie sich die Anpassung bei einzelnen Verbindungen auswirkt, zeigen zwei vom Verkehrsverbund veröffentlichte Beispiele.
Wien Kernzonengrenze – St. Pölten Hauptbahnhof
| Fahrgastgruppe | Bisher | Ab 2027 |
|---|---|---|
| Erwachsene | 14,50 € | 15,00 € |
| Kinder | 7,30 € | 7,50 € |
| Senioren | 8,70 € | 9,00 € |
Mattersburg Brunnenplatz – Wiener Neustadt Hauptbahnhof
| Fahrgastgruppe | Bisher | Ab 2027 |
|---|---|---|
| Erwachsene | 5,90 € | 6,10 € |
| Kinder | 3,00 € | 3,10 € |
| Senioren | 3,50 € | 3,70 € |
Die Beispiele verdeutlichen, dass die Preissteigerungen je nach Strecke und Fahrgastgruppe unterschiedlich ausfallen.
Wiener Linien: Jahreskarte kostet künftig 483,10 Euro
Auch in Wien steigen die Preise für öffentliche Verkehrsmittel.
Die reguläre Jahreskarte der Wiener Linien kostet ab 1. Jänner 2027 bei Einmalzahlung 483,10 Euro. Im Jahr 2026 waren dafür noch 467 Euro zu bezahlen.
Das entspricht einer Erhöhung von 16,10 Euro.
Umgerechnet kostet die Nutzung des Wiener Öffi-Netzes damit rund 1,32 Euro pro Tag.
Für Jugendliche, Senioren und Personen mit Anspruch auf die Spezial-Jahreskarte steigt der Preis auf 310,40 Euro.
Auch Einzelfahrkarten werden angepasst:
- Digitales Einzelticket: 3,10 Euro
- Einzelfahrschein in Papierform: 3,30 Euro
Digitale Tickets bleiben damit günstiger als klassische Papierfahrkarten. Nach Angaben der Wiener Linien sollen dadurch unter anderem Papierverbrauch und Verwaltungsaufwand reduziert werden.
Höhere Strafen für Fahrten ohne gültiges Ticket
Eine weitere Änderung betrifft Fahrgäste, die ohne gültigen Fahrschein unterwegs sind.
Ab Jänner 2027 beträgt die Mehrgebühr bei sofortiger Zahlung beziehungsweise Zahlung mit Zahlschein einheitlich 140 Euro.
Erfolgt die Zahlung erst nach einer Zahlungserinnerung, erhöht sich der Betrag auf 191 Euro.
Gute Nachricht für Familien: Top-Jugendticket bleibt vorerst unverändert
Während zahlreiche Fahrkarten bereits mit Jahresbeginn teurer werden, gibt es für Schülerinnen, Schüler und Lehrlinge eine Ausnahme.
Das Top-Jugendticket bleibt während des laufenden Schuljahres 2026/27 beim bisherigen Preis von 101 Euro.
Erst mit Beginn des Schuljahres 2027/28 im September steigt der Preis auf 103 Euro.
Damit möchte der Verkehrsverbund vermeiden, dass Eltern und Erziehungsberechtigte mitten im Schuljahr mit zusätzlichen Kosten belastet werden.
Das Top-Jugendticket ermöglicht weiterhin die uneingeschränkte Nutzung der Verbundlinien in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland – auch an Wochenenden und während der Ferien.
Das reguläre Jugendticket, das für Fahrten zwischen Wohnadresse, Schule und Lehrbetrieb vorgesehen ist, bleibt bei 29,60 Euro.
Erleichterung für Senioren: Amtlicher Lichtbildausweis reicht künftig aus
Neben den höheren Preisen bringt das Jahr 2027 auch eine wichtige Vereinfachung.
Ab 1. Jänner können Seniorinnen und Senioren ab dem 65. Geburtstag in Niederösterreich und dem Burgenland den ermäßigten VOR-Seniorentarif mit einem amtlichen Lichtbildausweis in Anspruch nehmen.
Bisher waren dafür zusätzlich eine ÖBB Vorteilscard Senior und ein amtlicher Lichtbildausweis notwendig.
Diese zusätzliche Voraussetzung entfällt künftig.
Damit werden die Regelungen in der gesamten Ostregion vereinheitlicht. Besonders für ältere Menschen, die öffentliche Verkehrsmittel nur gelegentlich nutzen, kann dies eine praktische Erleichterung darstellen.
Auch Studierende profitieren von einfacheren Regelungen
Für ordentliche Studierende unter 26 Jahren wird der Zugang zur ermäßigten VOR-Monatskarte ebenfalls vereinfacht.
Ab Jänner 2027 genügt ein gültiger Studienausweis als Berechtigungsnachweis.
Die bisher zusätzlich erforderliche ÖBB Vorteilscard Jugend ist dann nicht mehr notwendig.
Damit wird der Kauf einer entsprechenden Monatskarte unkomplizierter.
Einheitlicher Termin für Tarifanpassungen
Eine weitere Neuerung betrifft den Zeitpunkt künftiger Preisanpassungen.
Bis einschließlich 2025 wurden die VOR-Tarife jeweils zum 1. Juli angepasst. Im Jahr 2026 erfolgten die Änderungen für die Region und die Wiener Kernzone zu unterschiedlichen Zeitpunkten.
Ab 2027 soll damit Schluss sein.
Künftig werden sämtliche regulären Tarifanpassungen wieder gebündelt zum 1. Jänner vorgenommen.
Das soll für mehr Übersichtlichkeit sorgen und den Fahrgästen eine bessere finanzielle Planung ermöglichen.
Die Ausnahme bildet das Top-Jugendticket, dessen Anpassung weiterhin zum Schuljahresbeginn erfolgt.
Was bedeutet die Tariferhöhung für Pendler im Marchfeld und Bezirk Gänserndorf?
Gerade im Marchfeld ist die Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Wien für viele Menschen unverzichtbar.
Zahlreiche Berufstätige pendeln täglich aus Gemeinden wie Deutsch-Wagram, Strasshof an der Nordbahn, Gänserndorf, Groß-Enzersdorf oder Marchegg in die Bundeshauptstadt.
Für diese Fahrgäste kann die angekündigte Tarifanpassung unterschiedliche Auswirkungen haben.
Wer das KlimaTicket MetropolRegion nutzt, muss künftig mit höheren jährlichen Ausgaben rechnen. Bei Strecken-Jahreskarten hängt die tatsächliche Erhöhung hingegen von der jeweiligen Verbindung ab.
Auch Menschen, die nur gelegentlich mit Bus oder Bahn unterwegs sind, werden die Preisänderungen bei Einzel- und Tagestickets bemerken.
Für regelmäßige Pendler lohnt es sich daher, die verschiedenen Ticketangebote miteinander zu vergleichen.
Je nach Fahrverhalten kann eine Strecken-Jahreskarte, eine flexible Zeitkarte oder ein KlimaTicket die wirtschaftlich sinnvollere Wahl sein.
Ab wann können die neuen Tickets gekauft werden?
Fahrkarten zu den neuen Tarifen, deren Gültigkeit am oder nach dem 1. Jänner 2027 beginnt, sind bereits ab 1. November 2026 im Vorverkauf erhältlich.
Fahrgäste können sich somit frühzeitig über die neuen Preise informieren und ihre Ticketkäufe entsprechend planen.
Bei bestehenden Jahreskarten sollten Kundinnen und Kunden die jeweiligen Gültigkeits- und Verlängerungsbedingungen beachten.
Informationen zu konkreten Verbindungen, Ticketarten und individuellen Preisen bietet der Verkehrsverbund auf seiner offiziellen Website.
Fazit: Öffentlicher Verkehr wird teurer – einige Regelungen werden einfacher
Die Tarifanpassung ab Jänner 2027 bringt für Fahrgäste in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland überwiegend höhere Ticketpreise.
Mit einer durchschnittlichen Erhöhung von 3,4 Prozent folgt der Verkehrsverbund der allgemeinen Kostenentwicklung. Die zusätzlichen Einnahmen sollen zur langfristigen Finanzierung und Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs beitragen.
Positiv sind die vereinfachten Berechtigungsnachweise für Senioren und Studierende sowie die Beibehaltung des Top-Jugendticket-Preises bis zum Ende des laufenden Schuljahres.
Für Pendlerinnen und Pendler aus dem Marchfeld und dem Bezirk Gänserndorf bedeutet die Änderung vor allem, dass sie bei ihrer Mobilitätsplanung für 2027 mit höheren Ausgaben rechnen müssen.
Wer regelmäßig mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, sollte deshalb rechtzeitig prüfen, welches Ticketangebot für die eigenen Fahrten am besten geeignet ist.
Quelle: Verkehrsverbund Ost-Region (VOR), Pressemitteilung vom 23. Oktober 2026. Originalmeldung des VOR


