
Während wir Menschen das alte Jahr verabschieden, miteinander anstoßen und den Himmel beobachten, beginnt für viele Tiere eine der schlimmsten Nächte des Jahres.
Ein Knall. Noch einer. Dann plötzlich Lichtblitze am Himmel.
Was für manche Menschen zu Silvester einfach dazugehört, bedeutet für unzählige Hunde, Katzen, Pferde, Nutz- und Wildtiere vor allem eines: Angst.
Sie wissen nicht, dass um Mitternacht gefeiert wird. Sie verstehen nicht, warum es plötzlich überall kracht. Sie wissen nicht, dass der Lärm irgendwann wieder aufhören wird.
Sie hören nur die Explosionen.
Und sie haben Angst.
„Ihr böllert, wir zittern.“
Mit genau diesen Worten startet die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN eine österreichweite Kampagne gegen private Silvester-Böllerei. Unter dem Motto „Ihr böllert, wir zittern.“ möchte die Organisation in den kommenden Monaten darauf aufmerksam machen, welche Folgen Feuerwerkskörper für Tiere haben können.
Dabei geht es längst nicht nur um unsere Haustiere.
Hunde können zitternd Schutz bei ihren Menschen suchen oder versuchen, sich irgendwo zu verstecken. Katzen ziehen sich zurück oder geraten in Panik. Tiere können bei Feuerwerkslärm auch flüchten und anschließend vermisst werden.
Doch draußen gibt es oft keinen geschützten Raum.
Zur Kampagne und Petition #Böllerfrei von VIER PFOTEN
Wenn der Himmel plötzlich zur Gefahr wird
Wildtiere erleben die Silvesternacht mitten in ihrem Lebensraum. Vögel können durch die plötzlichen Explosionen und Lichtblitze aufgeschreckt werden und panisch auffliegen. Auch andere Wildtiere werden aus ihren Ruheplätzen gerissen.
Gerade im Winter kann zusätzlicher Stress für Wildtiere besonders belastend sein, weil eine panische Flucht wertvolle Energiereserven kostet.
Auch Pferde, Rinder und andere Tiere können auf die ungewohnten Geräusche und Lichtblitze mit Angst und Fluchtverhalten reagieren. VIER PFOTEN weist darauf hin, dass Feuerwerke nicht nur Heimtiere, sondern ebenso Wild- und sogenannte Nutztiere betreffen.
Und während für uns nach wenigen Sekunden der nächste bunte Feuerwerkskörper am Himmel erscheint, können diese Sekunden für ein Tier sehr lange sein.

Ein paar Minuten Freude – viele Stunden Angst
Vielleicht ist genau das der Punkt, über den wir als Gesellschaft stärker nachdenken sollten.
Natürlich gehört Silvester für viele Menschen zu den schönsten Feiern des Jahres. Freunde treffen, gemeinsam essen, lachen, auf das vergangene Jahr zurückblicken und voller Hoffnung in ein neues starten – all das kann und soll seinen Platz haben.
Doch braucht es dafür tatsächlich Explosionen?
Muss ein Jahreswechsel laut sein, um schön zu sein?
VIER PFOTEN beantwortet diese Frage klar und fordert ein österreichweites Verbot des Inverkehrbringens bestimmter pyrotechnischer Produkte ab Kategorie F2 für Personen ohne Pyrotechnik-Ausweis. Ebenso fordert die Organisation ein entsprechendes Besitz-, Verwendungs- und Importverbot ohne Ausnahmeermächtigungen innerhalb von Ortsgebieten.
69 Prozent sprachen sich in Umfrage für ein Verbot aus
Dass das Thema viele Menschen beschäftigt, zeigt auch eine von VIER PFOTEN in Auftrag gegebene Online-Umfrage des Market Instituts aus dem Jahr 2025.
Demnach gaben 69 Prozent der Befragten an, ein entsprechendes Verbot entweder „auf jeden Fall“ oder „eher schon“ zu befürworten. Konkret entfielen 43 Prozent auf „auf jeden Fall“ und weitere 26 Prozent auf „eher schon“.
VIER PFOTEN begleitet seine aktuelle Kampagne deshalb mit einer bereits bestehenden Online-Petition. Darüber hinaus sind unter anderem Aktionen in sozialen Medien und im öffentlichen Raum sowie Kino- und Radiospots geplant.
Zur Kampagne und Petition #Böllerfrei von VIER PFOTEN
Auch unsere Region ist Lebensraum
Gerade bei uns im Bezirk Gänserndorf und im Marchfeld sollte man dabei nicht nur an Hunde und Katzen denken.
Unsere Region ist geprägt von Feldern, Wäldern, Auen und weitläufigen Landschaften. Sie sind Lebensraum zahlreicher Wildtiere. Rehe, Hasen, Vögel und viele andere Tiere erleben den Jahreswechsel ebenfalls – allerdings ohne zu verstehen, warum ihre ansonsten vertraute Umgebung plötzlich von Knallgeräuschen und Lichtblitzen erfüllt ist.
Vielleicht können wir deshalb schon lange vor dem 31. Dezember darüber sprechen, wie wir Silvester feiern möchten.
Nicht erst dann, wenn die ersten Böller gezündet werden.
Rücksicht beginnt bei jedem Einzelnen
Unabhängig davon, wie man zu gesetzlichen Verboten steht, kann jeder Einzelne eine Entscheidung treffen.
Man kann gemeinsam feiern, ohne selbst Böller zu zünden. Man kann Rücksicht auf Tiere in der Nachbarschaft nehmen. Und Tierhalter können sich frühzeitig darauf vorbereiten, ihren Schützlingen rund um den Jahreswechsel möglichst viel Sicherheit und Ruhe zu bieten.
VIER PFOTEN empfiehlt unter anderem, Tiere in dieser Ausnahmesituation nicht alleine zu lassen und ihnen vertraute Rückzugsmöglichkeiten anzubieten.
Denn für uns ist es vielleicht nur ein Knall.
Für einen Hund kann es der Moment sein, in dem er zitternd unter dem Tisch Schutz sucht.
Für eine Katze der Augenblick, in dem sie panisch nach einem Versteck sucht.
Für einen Vogel der Grund, mitten in der Nacht aufgeschreckt davonzufliegen.
Und für ein Wildtier bedeutet es möglicherweise eine panische Flucht durch eine Winternacht.
Ein neues Jahr kann auch leise beginnen
Silvester soll Freude machen. Es soll ein Abend sein, an dem wir zurückblicken und gleichzeitig nach vorne schauen.
Vielleicht gehört zu diesem Blick nach vorne aber auch die Frage, welche Traditionen wir beibehalten wollen – und welche wir verändern können.
Ein Jahreswechsel verliert nichts von seiner Bedeutung, nur weil es draußen ein wenig ruhiger bleibt.
Vielleicht gewinnt er sogar etwas dazu: Rücksicht.
Auf unsere Haustiere.
Auf Wildtiere.
Auf unsere Umwelt.
Und auf all jene Menschen, die ebenfalls unter der Knallerei leiden.
Denn während wir feiern, können sie uns nicht sagen, wie viel Angst sie haben.
VIER PFOTEN bringt es mit dem Kampagnenslogan auf vier einfache Worte:
„Ihr böllert, wir zittern.“
Vielleicht sollten wir ihnen dieses Jahr ein bisschen genauer zuhören.
Zur Kampagne und Petition #Böllerfrei von VIER PFOTEN
Quelle: VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz, Pressemitteilung vom 29. September 2026: „VIER PFOTEN startet umfassende Kampagne gegen Silvester-Böller“.
Weitere Informationen sowie die Petition zur Kampagne #Böllerfrei finden Interessierte direkt bei VIER PFOTEN.


