Mut zur Natur, statt Mut zur Lücke

Österreichs Entwurf für den Wiederherstellungsplan weist zentrale fachliche Lücken auf: Artikel 4 zur Wiederherstellung von Lebensräumen und Arten fehlt überraschend weitgehend. BirdLife Österreich, Naturschutzbund Österreich und Umweltdachverband fordern die bereits eingebrachte fachliche Expertise im Plan abzubilden und den weiteren Erarbeitungsprozess transparent zu gestalten.

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Mut zur Natur, statt Mut zur Lücke
© pixabay

Am 1. September hat Österreich seinen ersten Entwurf des Nationalen Wiederherstellungsplans an die Europäische Kommission übermittelt. „Der Entwurf enthält zwar wichtige Ansätze und Maßnahmen, weist aber gerade bei zentralen Verpflichtungen der EU-Wiederherstellungsverordnung noch erhebliche Lücken auf.

Gemeinsam fordern wir Bund und Länder auf, die fehlenden Inhalte zeitnah zu ergänzen und die Ergebnisse des bisherigen Beteiligungsprozesses in der weiteren Ausarbeitung konsequent zu berücksichtigen”, sagt Christof Kuhn, Koordinator für Naturschutzpolitik bei BirdLife Österreich. Dieser Sommer mit Rekordtemperaturen und extremer Trockenheit, aber auch die Überschwemmungen 2024 machen deutlich, wie wichtig widerstandsfähige Ökosysteme, intakte Böden und Auen, mehr Grün in Städten und vielfältige Landschaften sind. „Umso unverständlicher ist, dass der nun vorgelegte Wiederherstellungsplan gerade bei zentralen Naturschutzaufgaben so große Lücken aufweist. Wer diesen Nutzen für Natur und Gesellschaft ausblendet, vergibt eine zentrale Chance, Österreich widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels zu machen. Gerade jetzt braucht es einen ambitionierten Wiederherstellungsplan statt weiterer Verzögerungen und Leerstellen“, so Kuhn weiter.

Fachliche Expertise muss sich im Ergebnis widerspiegeln
„Fast zwei Jahre haben Expert:innen von Bund, Ländern, Wissenschaft, Eigentümer- und weiteren Interessenvertretungen sowie Naturschutzorganisationen in zahlreichen Arbeitsgruppen konstruktiv gearbeitet und dabei über weite Strecken Konsens erzielt. Wesentliche Ergebnisse dieser Arbeit wurden im nun übermittelten Entwurf nur unvollständig berücksichtigt, ohne die Arbeitsgruppen darüber zu informieren. Diese Vorgangsweise ist besonders enttäuschend”, meint Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes.

Finanzierung ist gemeinsame Verantwortung
„Die Wiederherstellung unserer Natur ist keine verzichtbare Zusatzaufgabe, sondern eine Investition in unsere Lebensgrundlagen. Bund, Länder und EU müssen dafür gemeinsam Verantwortung übernehmen und die notwendigen Mittel langfristig absichern – gerade in Zeiten knapper Budgets müssen wir dort investieren, wo die Gesellschaft dauerhaft profitiert“, fordert Thomas Wrbka vom Naturschutzbund Österreich.

Lücken schließen, Transparenz sichern
Die Europäische Kommission wird den Entwurf nun prüfen, anschließend muss Österreich den Plan weiterentwickeln und finalisieren. „Entscheidend ist, dass die bestehenden Lücken dabei tatsächlich geschlossen, die Ergebnisse der Partizipation berücksichtigt und wesentliche Änderungen transparent gemacht werden. Wir erwarten, dass die fehlenden Inhalte vollständig ergänzt werden und nachvollziehbar bleibt, wie der Plan im Austausch mit der Europäischen Kommission weiterentwickelt wird. Wenn zentrale Teile erst nach der aktuellen Konsultation vorliegen oder wesentlich verändert werden, muss es auch dazu nochmals eine angemessene Möglichkeit zur Stellungnahme geben“, fordern die Umweltorganisationen unisono.

Jetzt Stellung nehmen
Der bislang noch unvollständige Wiederherstellungsplan liegt bis mindestens 15. Oktober zur öffentlichen Konsultation auf. BirdLife, Naturschutzbund und Umweltdachverband rufen dazu auf, diese Möglichkeit zu nutzen und sich mit einer Stellungnahme für Renaturierung und damit mehr Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels einzusetzen. Link zur Konsultation


Quelle Naturschutzbund Österreich am 15. September 2026

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