Naturgarteln im Herbst – weniger ist mehr

Der Naturschutzbund plädiert für mehr Gelassenheit

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Wenn im Herbst die Gartensaison langsam zu Ende geht, beginnt vielerorts das große Aufräumen. Doch gerade für Wildtiere ist ein allzu ordentlicher Garten oft wenig hilfreich. Wer Laub, Reisig, Totholz und verblühte Pflanzen öfter liegen lässt, schafft wichtige Winterquartiere und Nahrungsquellen – und spart sich gleichzeitig Arbeit. Der Naturschutzbund plädiert deshalb für mehr Gelassenheit beim „Herbstputz“ im Garten!

© Pixabay

Winterquartiere für Igel und Co.
Besonders Igel sind jetzt auf geschützte Rückzugsorte angewiesen. Sie suchen ruhige Bereiche unter Hecken, in Laub- und Reisighaufen oder zwischen Totholz, wo sie ihr Nest für den Winterschlaf anlegen können. Solche Bereiche sollten deshalb über den Winter nicht mehr umgeschichtet oder gar entfernt werden.

Wichtig ist dabei auch: Laub-, Reisig- oder Asthaufen, die später noch entfernt, umgesetzt oder verbrannt werden sollen, dürfen nicht über längere Zeit liegen bleiben. Denn schon nach kurzer Zeit suchen dort Tiere wie Igel, Amphibien oder Insekten Unterschlupf und geraten bei der Entfernung in lebensbedrohliche Fallen! Wer einen Haufen anlegt, sollte deshalb entweder gleich entscheiden, ihn dauerhaft als Rückzugsort zu belassen, oder das Material zeitnah entfernen oder durch einen Sack oder eine Tonne abgrenzen, sodass keine Tiere hineinkommen können.

Laub ist Lebensraum
Laub ist weit mehr als nur „Abfall“. Unter einer lockeren Laubschicht finden Erdkröten, Spinnen, Asseln, Tausendfüßler und zahlreiche Insekten Schutz vor Kälte und Austrocknung. Auch Glühwürmchen profitieren von feuchten, strukturreichen Bereichen am Boden. Ihre Larven leben unter anderem zwischen Laub, Pflanzenresten und anderen bodennahen Verstecken.

Statt das gesamte Laub abzutransportieren, kann man es daher unter Sträuchern, in Beeten oder in einer ruhigen Gartenecke liegen lassen. Auf Laubsauger und Laubbläser sollte man möglichst ganz verzichten.

Stauden, Früchte und Totholz stehen lassen
Auch verblühte Stauden müssen im Herbst nicht sofort zurückgeschnitten werden. Pflanzenstängel dienen verschiedenen Insekten als Winterquartier, während Samenstände und verbliebene Früchte Vögeln Nahrung bieten. Hagebutten, Weißdornbeeren oder ein paar Äpfel am Baum sind im Winter willkommene Futterquellen.

Wertvolle Rückzugsorte entstehen außerdem durch Reisig-, Stein- und Totholzhaufen sowie naturnahe Gartenteiche. Viele Amphibien und Wasserinsekten verbringen dort die kalte Jahreszeit und sollten möglichst wenig gestört werden. Auch Nistkästen werden im Winter von Vögeln und anderen Tieren als geschützte Schlaf- und Überwinterungsplätze genutzt.

Weniger aufräumen, mehr Natur zulassen
Wer im Herbst etwas für die Natur tun möchte, muss also nicht überall Hand anlegen. Oft ist es hilfreicher, Strukturen einfach stehen und liegen zu lassen. Ein bisschen „Unordnung“ im Garten bietet Igeln, Insekten, Amphibien und Vögeln wichtige Rückzugsräume für den Winter.

Wer schon an das nächste Frühjahr denken möchte, kann jetzt Krokusse, Schneeglöckchen und andere Frühblüher setzen. Sie gehören zu den ersten wichtigen Nahrungsquellen für Bienen, Hummeln und andere Insekten.

Tiere im Garten entdeckt?
Igel, Erdkröte, Glühwürmchen oder andere tierische Gartenbewohner entdeckt? Melden Sie Ihre Beobachtungen mit Foto auf der Citizen-Science-Plattform des Naturschutzbundes unter naturbeobachtung.at oder über die gleichnamige App. Die gesammelten Beobachtungen liefern wertvolle Daten für Natur- und Artenschutzprojekte.


Quelle Naturschutzbund Österreich am 21. September 2026

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