Schwangerschaft und die erste Zeit als Eltern werden häufig mit Vorfreude, Glück und besonderen Momenten verbunden. Doch neben diesen schönen Seiten gibt es auch Unsicherheiten, Erschöpfung und gesellschaftlichen Druck. Eine aktuelle österreichweite Studie von BIPA zeigt, dass die Realität für viele werdende und frischgebackene Eltern deutlich komplexer ist, als es insbesondere in sozialen Medien häufig dargestellt wird.
„Perfekte Schwangerschaft“ setzt Frauen unter Druck
76 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher sind der Ansicht, dass werdende Mütter durch Bilder einer vermeintlich perfekten Schwangerschaft und unrealistische Darstellungen des Körpers nach der Geburt unter Druck gesetzt werden.
Eine weitere Belastung sind gut gemeinte, aber nicht immer erwünschte Ratschläge: 82 Prozent beobachten, dass Schwangere häufig ungefragt Tipps und Empfehlungen erhalten.
Gleichzeitig sind 78 Prozent der Meinung, dass über psychische Belastungen während einer Schwangerschaft noch zu wenig gesprochen wird.
Erschöpfung und Überforderung bleiben häufig unausgesprochen
Wie schwierig es sein kann, offen über die weniger schönen Seiten der Schwangerschaft und Elternschaft zu sprechen, zeigt die vertiefende Befragung von werdenden und jungen Eltern.
60 Prozent der befragten Frauen und 51 Prozent der Männer gaben an, dass sie in bestimmten Situationen nicht offen über Erschöpfung und Überforderung während oder nach der Schwangerschaft sprechen konnten.
Auch andere Themen bleiben häufig unausgesprochen. Dazu zählen Sexualität während der Schwangerschaft, Veränderungen des eigenen Körperbildes und Selbstwertgefühls, Wochenbettdepressionen sowie Zweifel an der eigenen Rolle als Mutter.
Gerade diese Ergebnisse zeigen, wie wichtig ein offener Umgang mit den Herausforderungen rund um Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit als Familie sein kann.
Viele Eltern wünschen sich verlässliche Informationen
Bei gesundheitlichen Fragen vertrauen werdende Eltern vor allem auf Fachpersonen. Gynäkologinnen und Gynäkologen sowie Hebammen gehören zu den wichtigsten Informationsquellen. Daneben spielen Familie, Freundeskreis, soziale Medien und Bücher eine Rolle.
Obwohl sich 73 Prozent der befragten werdenden Eltern grundsätzlich gut über gesundheitliche Themen informiert fühlten, wünschen sich 57 Prozent mehr verlässliche Informationen. Ein Grund dafür: Informationen rund um Schwangerschaft und Stillzeit werden teilweise als widersprüchlich wahrgenommen.
Nahrungsergänzung: Viele nehmen Präparate vorsorglich
Auch Ernährung und die Versorgung mit Nährstoffen beschäftigen viele Frauen während der Schwangerschaft.
45 Prozent der befragten Frauen, die zum Zeitpunkt der Studie schwanger waren oder innerhalb der vergangenen fünf Jahre schwanger gewesen waren, gaben an, vorsorglich Nährstoffpräparate eingenommen zu haben, ohne zu wissen, ob tatsächlich ein entsprechender Bedarf bestand.
Für 47 Prozent stellen die Kosten zusätzlicher Präparate außerdem eine finanzielle Belastung dar.
Bei Nahrungsergänzungsmitteln während einer Schwangerschaft sollte der individuelle Bedarf mit Ärztinnen, Ärzten oder anderen entsprechend qualifizierten Fachpersonen abgeklärt werden.
Beruf und Familie: Mehr Unterstützung gewünscht
Auch der Arbeitsplatz spielt während einer Schwangerschaft eine wichtige Rolle. Neun von zehn Befragten finden, dass eine Schwangerschaft am Arbeitsplatz frühzeitig kommuniziert werden können sollte, ohne dadurch berufliche Nachteile befürchten zu müssen.
86 Prozent sprechen sich für zumindest eine verpflichtende Unterstützungsmaßnahme durch Arbeitgeber aus.
Besonders häufig genannt wurden flexible Arbeitszeiten für Schwangere und Stillende. Auch zusätzliche bezahlte Freistellungen für Vorsorgeuntersuchungen sowie Still- und Ruheräume am Arbeitsplatz werden als sinnvolle Unterstützung angesehen.
Beim Thema psychische Gesundheit zeigen sich zudem Unterschiede zwischen den Generationen: 34 Prozent der Generation Z wünschen sich Mental-Health-Angebote für werdende Eltern. Bei den Babyboomern sind es 11 Prozent.
Mehr Offenheit rund um Schwangerschaft und Elternschaft
Die Ergebnisse zeigen vor allem eines: Schwangerschaft und Elternschaft bestehen nicht ausschließlich aus jenen perfekten Momenten, die gerne auf Bildern und in sozialen Netzwerken gezeigt werden.
Unsicherheit, körperliche Veränderungen, Erschöpfung und Zweifel können ebenso dazugehören. Ein offener Umgang mit diesen Erfahrungen und leicht zugängliche, verlässliche Informationen können werdenden Eltern helfen, mit den zahlreichen Veränderungen dieser besonderen Lebensphase umzugehen.
BIPA greift diese Themen im Rahmen der Initiative „Ehrlich gesagt“ auf und stellt unter anderem Informationen von Expertinnen und Experten zu Schwangerschaft, Stillzeit und weiteren Themen der Frauengesundheit bereit.
Über die Studie
Für die Studie wurden im Mai 2026 insgesamt 1.579 Personen zwischen 16 und 75 Jahren in Österreich befragt. Die vom Online-Marktforschungsinstitut Marketagent durchgeführte Befragung ist laut Studienangaben repräsentativ für die österreichische Bevölkerung.
Eine Teilstichprobe von 223 Personen – darunter aktuell Schwangere, Stillende, werdende Väter sowie Personen, die innerhalb der vergangenen fünf Jahre Eltern geworden sind – wurde zusätzlich ausführlicher zu Schwangerschaft, Wochenbett und Stillzeit befragt.
Quelle: BIPA / REWE International AG, Studie durchgeführt von Marketagent
Die Zahlen und Aussagen im Beitrag stammen aus der heute, 23. September 2026, veröffentlichten Presseaussendung.


