Ein bedeutender Schritt für die Renaturierung der March ist geschafft: Bei Hohenau an der March wurde ein alter Flussarm auf österreichischer Seite wieder mit dem Hauptstrom verbunden. Die Arbeiten sind Teil des grenzüberschreitenden Projekts reConnect, das die March und ihre Aulandschaften ökologisch aufwerten soll.
Zurück zu einem natürlicheren Flusslauf 🌿
Über viele Jahrzehnte wurden Flüsse reguliert, begradigt und teilweise von ihren ursprünglichen Seitenarmen getrennt. An der March soll nun wieder mehr Raum für natürliche Flussdynamik entstehen.
In den vergangenen Monaten konnten die Arbeiten aufgrund günstiger Wetter- und Abflussbedingungen rasch voranschreiten. Nachdem bereits auf slowakischer Seite ein ehemaliger Mäander wieder mit der March verbunden wurde, folgte nun die österreichische Seite.
Dabei wurden große Mengen an Sediment bewegt und in den regulierten Flusslauf eingebracht. Die March kann dadurch in diesem Abschnitt wieder stärker ihrem ursprünglichen Verlauf folgen. Die bisher regulierten Abschnitte sollen künftig zusätzliche Stillwasserbereiche bilden.
Rund 900 Meter längerer Flusslauf
Das Projekt umfasst auf niederösterreichischer Seite Bereiche der Gemeinden Hohenau an der March, Ringelsdorf-Niederabsdorf und Drösing.
Durch den Rückbau der bisherigen Uferbefestigungen und die Wiederanbindung von zwei ehemaligen Mäandern verlängert sich der Lauf der March um insgesamt rund 900 Meter. Gleichzeitig wird das Gefälle der Flusssohle reduziert.
Auch die Ufer werden teilweise abgesenkt. Dadurch soll sich die March wieder besser mit ihrem unmittelbaren Umland und den angrenzenden Auwäldern verbinden können.
Mehr Lebensraum für Tiere und Pflanzen 🐟🌱
Von den Maßnahmen sollen insbesondere die natürlichen Lebensräume entlang der March profitieren. Neue beziehungsweise wiederhergestellte Fluss- und Stillwasserbereiche bieten bessere Bedingungen für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.
Gleichzeitig kann eine naturnähere Flusslandschaft mehr Wasser in der Fläche zurückhalten. Damit verbindet das Projekt ökologische Verbesserungen mit Maßnahmen, die auch für den Hochwasserschutz im Grenzraum von Bedeutung sind.
Grenzüberschreitendes Projekt bis 2027
Die Arbeiten sind Teil eines größeren Maßnahmenpakets. Gemeinsam mit Partnern aus der Slowakei werden seit März 2026 im Rahmen der Projekte reConnect und Restore4Life verschiedene ökologische und flussmorphologische Verbesserungen an der March umgesetzt.
reConnect wird von viadonau umgesetzt und widmet sich der weiteren Revitalisierung und Vernetzung des March-Thaya-Flusssystems. Unterstützt wird das Vorhaben unter anderem vom Bund, dem Land Niederösterreich sowie Organisationen aus dem Bereich Fischerei.
Für die Umsetzung der Maßnahmen bis 2027 steht laut Land Niederösterreich ein Gesamtbudget von rund 2,7 Millionen Euro zur Verfügung.
Ein Stück ursprüngliche March kehrt zurück
Gerade für das Marchfeld und den Bezirk Gänserndorf ist die March weit mehr als ein Grenzfluss. Ihre Auen gehören zu den prägenden Naturräumen der Region. Die Wiederanbindung alter Flussarme soll dazu beitragen, diese Landschaft langfristig naturnäher und widerstandsfähiger zu gestalten.
Mit den aktuellen Arbeiten bei Hohenau, Ringelsdorf-Niederabsdorf und Drösing bekommt die March nun tatsächlich wieder ein Stück jenes Raumes zurück, den ein natürlicher Fluss benötigt.
Quelle: Land Niederösterreich, Pressemeldung „March bekommt wieder mehr Raum“, 21. September 2026.


